Informationen zu den Entwicklungen auf dem Energiemarkt & häufige Kundenfragen

Der Krieg in der Ukraine ist eine Tragödie für das Land und seine Einwohner. Ihnen gilt unser tiefstes Mitgefühl und auch wir bei den Mainzer Stadtwerken hoffen auf ein baldiges Ende der kriegerischen Auseinandersetzung. 

 

Die politischen Entscheidungen werden aktuell schnell getroffen und die rechtlichen Rahmenbedingungen entsprechend immer wieder verändert – und werden laufend den neuen Entwicklungen beim Thema Energiesicherheit angepasst. Wir tun unser Möglichstes, um unsere Kundinnen und Kunden auf dem Laufenden zu halten. Leider kommen aufgrund der dynamischen Lage aber auch Situationen zustande wie die Ankündigung der Gasbeschaffungsumlage, die nun doch nicht eingeführt wird.  Wir bitten um Ihr Verständnis.

Allgemeine Informationen

  • Der Ukraine-Krieg trifft den Energiemarkt in einer Zeit, in der wir ohnehin starke Turbulenzen verzeichnen. Seit Herbst 2021 befinden sich die Einkaufspreise für Strom und Gas auf Rekordniveaus und es gab erste Insolvenzen und Lieferstopps bei Energiediscountern.

    Es ist anzunehmen, dass die Unsicherheiten, Sanktionen und das Ende russischer Gasimporte die Einkaufspreise für Strom und Gas weiter in die Höhe treiben werden. Deutschland sichert sich aktuell zusätzlich Kohle und Gas bzw. Flüssiggas aus anderen Ländern, um die fehlenden Gasmengen zu ersetzen und auch zukünftig die Abhängigkeit von Russland zu senken.  Wie sich die Versorgungssituation und die Einkaufspreise in den nächsten Monaten entwickeln werden, ist aktuell schwer absehbar und stark davon abhängig, in welchem Ausmaß Deutschland insbesondere Gas aus anderen Ländern importieren kann und wie sich der deutsche Gasverbrauch entwickelt.

  • Zum jetzigen Zeitpunkt erwarten wir keine direkten Auswirkungen auf die Energieversorgung unserer Kundinnen und Kunden.

    In Deutschland wird die Gasversorgung im Krisenfall durch den sogenannten Notfallplan Gas geregelt, also etwa bei Lieferengpässen.  Der Notfallplan besteht aus drei Eskalationsstufen – aktuell befindet Deutschland sich in Stufe 2 des Notfallplans.

    Die erste Stufe wurde bereits im März durch das Wirtschaftsministerium unter Herrn Habeck ausgerufen. Diese „Frühwarnstufe“ besagt zuallererst, dass sich Herausforderungen bei der Gasversorgung andeuten und die Entwicklungen genau beobachtet werden müssen.

    Im Juni wurde nun mit der „Alarmstufe“ die zweite Stufe des Notfallplans ausgerufen, die besagt, dass eine Störung der Gasversorgung oder eine ungewöhnlich hohe Gasnachfrage am Markt vorliegt. Auslöser hierfür war unter anderem der 60-prozentige Rückgang der russischen Gaslieferungen über die Pipeline Nord Stream 1.

    In der dritten Stufe ist der tatsächliche „Gasnotfall“ eingetroffen – die Gasmengen reichen nicht zur Deckung der Nachfrage aus und der Staat muss eingreifen. In diesem Fall wird die Gasversorgung bestimmter Industrieunternehmen gedrosselt oder vorübergehend eingestellt. Die Versorgung von Haushaltskunden und z.B. auch kritischer Infrastruktur hingegen ist besonders geschützt.

  • Über Jahre waren die Einkaufspreise für Gas und Strom an den Energiebörsen vergleichsweise stabil, doch seit 2021 steigen sie immer weiter. Durch den Beginn des Ukraine-Krieges hat sich die Lage zugespitzt:  Seit Frühsommer schickte Russland nur noch 40% der möglichen Liefermenge durch die wichtigste Gaspipeline Nord Stream 1, inzwischen kommt gar kein russisches Gas mehr in Deutschland an. Große Gasimporteure kommen daher in finanzielle Schieflagen, da sie Ersatz für die fehlenden Gasmengen um ein Vielfaches teurer zukaufen müssen.  Daher ist der Bund nun selbst beim größten Gasimporteur Uniper eingestiegen und hat ein umfassendes Rettungspaket für Gas-Importunternehmen geschnürt – denn ein Ausfall dieser Unternehmen würde die Gasversorgung in Deutschland eklatant gefährden. Teil des Rettungspaketes war auch die Einführung der neuen Gasbeschaffungsumlage (oft vereinfacht „Gasumlage“ genannt) von 2,419 ct/kWh netto, die nun aber kurzfristig doch nicht eingeführt wurde. Die Kosten der Gasbeschaffungsumlage müssen daher auch nicht von Gaskunden getragen werden.

     

    Zusätzlich hat die Bundesregierung Vorgaben für die Füllstände der deutschen Gasspeicher erlassen. So soll verhindert werden, dass durch Lieferengpässe oder unerwartet kalte Winter die Gasversorgung gefährdet ist und die Gaspreise aufgrund der Verknappung in die Höhe schnellen. Die Kosten für die Befüllung der Gasspeicher in der vorgeschriebenen Höhe werden über eine neue Gasspeicherumlage von aktuell 0,059 ct/kWh netto finanziert. Diese Umlage wurde zum 1. Oktober 2022 eingeführt und gilt befristet bis 31. März 2025 für alle Gasverbraucher gleichermaßen, egal von welchem Energieversorger sie mit Gas beliefert werden.

     

    Darüber hinaus wurde die Bilanzierungsumlage zum 1. Oktober auf 0,57 ct/kWh netto festgesetzt. Die Bilanzierungsumlage ist zwar an sich nicht neu, belief sich aber bisher auf 0 ct/kWh.

  • Neben Auszahlungen von Energiepreispauschalen an einzelne Bevölkerungsgruppen hat die Bundesregierung auch zwei flächendeckende Maßnahmen beschlossen:

     

    Für Gaslieferungen ab 1. Oktober 2022 bis 31.03.2024 wird die Mehrwertsteuer von 19% auf 7% gesenkt.

     

    Zusätzlich sind Strompreis- und Gaspreisbremsen im Gespräch, um die Preise für die Endverbraucher zu begrenzen. Zu wann diese eingeführt werden und wie diese genau aussehen sollen ist jedoch noch offen.

Häufige Kundenfragen

  • Mit einer durchdachten Einkaufsstrategie, bei der wir über einen längeren Zeitraum regelmäßig Energiemengen für Sie beschafft haben, konnten wir in der Vergangenheit verhindern, dass sich die stark gestiegenen Einkaufspreise im gleichen Maße in Ihren Gas- und Strompreisen niederschlagen.

     

    Dennoch sind auch wir von den Preishochs an den Energiebörsen betroffen und müssen daher auch die Preise unserer Strom- und Gaskunden/-innen zum Jahreswechsel anheben. Dennoch bleiben auch unsere neuen Preise erfreulicherweise unter dem aktuellen Marktniveau.

     

    Die Preise unserer Strom- und Gaskunden/-innen, die zum Jahreswechsel noch eine bis 31.12.2023 laufende Preisgarantie haben, ändern sich natürlich vertragsgemäß nur hinsichtlich der zum 01.01.2023 gültigen Steuern, Umlagen, Abgaben und Netzentgelte – Preisbestandteile, auf die wir leider keinen Einfluss haben.

  • Die Mehrwertsteuersenkung auf 7% gilt für Gaslieferungen zwischen dem 01.10.2022 und 31.03.2024. Die aktuellen (laufenden) Abschläge für die Monate Oktober, November und Dezember verändern sich aufgrund der Mehrwertsteuersenkung nicht. Der Gasverbrauch wird in der kommenden Jahresrechnung für den Zeitraum 01.01.2022 bis 30.09.2022 mit 19% Mehrwertsteuer, für den Zeitraum 01.10.2022 bis 31.12.2022 mit 7% berechnet.

     

    Für das Jahr 2023 wird die Mehrwertsteuersenkung dann von Anfang an im Preis und im monatlichen Abschlag berücksichtigt und mit 7% Mehrwertsteuer berechnet.

  • Als Überbrückungslösung bis zur Einführung der geplanten Gaspreisbremse wird es für Gaskunden-/innen eine „Soforthilfe“ (Erdgas-Wärme-Soforthilfegesetzes EWSG1) geben, die aus Bundesmitteln finanziert wird.

    Im Rahmen dieser Soforthilfe entfällt für Sie der Abschlag im Dezember. Stattdessen erhalten Sie ein Guthaben, das in Ihrer Jahresabrechnung zu Ihren Gunsten berücksichtigt wird. Dieses Guthaben berechnet sich entsprechend der gesetzlichen Vorgaben wie folgt:

    Voraussichtlicher Jahresverbrauch für das Jahr 2022 * Preis für Dezember / 12

    Da Sie bei uns stets 11 Abschläge pro Jahr bezahlen und das Guthaben aber auf Basis von 12 Monaten berechnet wird, fällt das Guthaben etwas geringer als der von uns angesetzte Dezember-Abschlag aus.

    Hinweis: Bei Lastschriften werden wir den Dezember-Abschlag nicht abbuchen. Falls Sie Ihren Abschlag üblicherweise überweisen, bitten wir Sie, dies im Dezember nicht zu tun.

  • Zumindest vor der Jahresabrechnung – und idealerweise nochmal unterjährig – sollten Sie Ihren Zählerstand ablesen und uns übermitteln. Auf diese Weise muss Ihr Energieverbrauch nicht maschinell geschätzt werden und Sie bezahlen genau die Strom- und Gasmenge, die Sie tatsächlich verbrauchen. Wenn Sie Gaskunde/-in bei uns sind, raten wir Ihnen in jedem Fall dazu, uns Ihren Zählerstand zum 30.09.2022 mitzuteilen, um eine möglichst genaue Abgrenzung zu ermöglichen. Das geht ganz einfach online über www.mainzerenergie.de/zaehlerstand oder per Mail an zaehlerstand@mainzer-stadtwerke.de.

     

    Zusätzlich sollten Sie darauf achten, dass Ihr monatlicher Abschlag Ihren Strom- und Gasverbrauch tatsächlich abdeckt. Denn Ihr monatlicher Abschlag wird von uns auf Basis Ihres Preises und Ihres angenommenen Verbrauchs berechnet. Auch wenn die Strom- und Gaspreise (abgesehen von den Gas-Umlagen) stabil bleiben, kann es Ende des Jahres zu Nachzahlungen kommen, wenn Sie mehr Gas oder Strom verbrauchen als geplant.

     

    Allgemein gilt: Jede Kilowattstunde Energie, die aktuell nicht verbraucht wird, ist gut und entlastet Sie hinsichtlich Ihrer Energiekosten. Im Internet finden Sie hierzu diverse Energiespartipps (z.B. hier https://www.verbraucherzentrale-rlp.de/fluechtlingshilfe/broschueren-zum-download-energie-sparen-im-haushalt). Generell sollten Sie z.B. Ihre Gastherme regelmäßig warten lassen und den Installateur Ihres Vertrauens kontaktieren, sollten Sie Auffälligkeiten feststellen. Darüber hinaus können Energieberatungen sinnvoll sein, um Optimierungspotenziale beispielsweise bei der Dämmung zu erkennen.

Erklärvideo zum Notfallplan Gas

Der "Notfallplan Gas"

Was ist eigentlich der "Notfallplan Gas", wo stehen wir in Deutschland aktuell und was kann noch auf uns zukommen? Diese Fragen beantworten wir Ihnen im Video.

Energieladen der Mainzer Stadtwerke

Noch nicht alle Fragen beantwortet?

Dann wenden Sie sich gerne an unser Kundenteam aus dem Energieladen - persönlich bei uns in der Rheinallee 41, telefonisch unter 06131 - 12 90 90 oder per E-Mail an energie@mainzer-stadtwerke.de (Mo - Do 08:00 - 17:00 Uhr, Fr 08:00 - 15:00 Uhr).